Zeitungsarchiv 2019-2020

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Hungener Wochenblatt, 4. April 2019

Hungen ist jetzt wieder »sauberhaft«

Aktion auch 2019 wieder ein voller Erfolg – Rund 200 fleißige Helfer in sieben Ortsteilen unterwegs

Die Gruppe aus Rabershausen

Hungen (-). Den Müll unachtsamer Zeitgenossen aufzusammeln ist kein Vergnügen, und von »Erfolg« kann man auch nicht gerade sprechen. Aus Liebe zur Heimat und zur Erhöhung des Erholungs- und Erlebniswertes der Landschaft, haben sich dennoch vor wenigen Tagen rund 200 engagierte Personen und Vereinsmitglieder in sieben Gemarkungen der Stadt Hungen bemüht, die Hinterlassenschaften des Konsums aus der Landschaft zu entfernen.

Die Helfergruppe aus Steinheim

Im kleinsten Dorf Rabertshausen haben unter Leitung von Ortsvorsteherin Isolde Kammer rund 20 gute Geister die Gemarkung durchkämmt. In Steinheim waren sich 25 Helfer/innen mit Ortsvorsteher Christ an der Spitze nicht zu schade, eine Menge Wohlstandsmüll zu beseitigen.

Und im benachbarten Trais-Horloff konnte Ortsvorsteher Leo Lintl die Mithilfe von 25 Traisern in Anspruch nehmen. Wie immer waren die »Traiser Berge« ein Schwerpunkt der Sammlung. Dort wiegt besonders schwer, dass durch die gute Erreichbarkeit vielfach ganze Kofferraumladungen verschiedener Abfallarten (Bauschutt, Gartenabfälle, Haushalts- und Gewerbemüll) unkompliziert und diskret im Dunkeln »entsorgt« werden können. Hier ist die Aufmerksamkeit der Bürger und des Ordnungsamtes besonders gefordert, um illegalen Müllentsorgern das Handwerk zu legen.

Die Helfergruppe aus Trais-Horloff

Die Bellersheimer haben im Jubiläumsjahr zwar alle Hände voll zu tun, jedoch konnte Ortsvorsteher Jörg Weil knapp 50 Erwachsene und Kinder bei seiner morgendlichen Ansprache zur Mitarbeit begrüßen. Im Nachbardorf Obbornhofen waren neben etwas mehr als 20 Erwachsenen auch fast genausoviel Kinder dem Aufruf von Ortsvorsteher Willy Zimmer gefolgt. Die Inheidener haben in mehreren Gruppen mit zusammen etwa 30 »fleißigen Bienchen« der Gemarkung wieder »neuen Glanz» verliehen. Hier freute sich Ortsvorsteher Heinz Schäfer besonders über die anwesenden Kinder und Jugendlichen sowie die mitsammelnden Ortsbeiratsmitglieder.

Die Helfergruppe aus Obbornhofen

Neben den vorgenannten Dorfgemeinschaften haben auch die Kernstädter mit ca. 30 Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen ihren Beitrag zur »Aktion sauberhaftes Hungen« geleistet. Hier waren Mitglieder des Schachclubs Königsjäger, des Angelsportvereins, des Reit- und Fahrvereins, des Radfahrvereins genauso beteiligt wie Aktive von Stadtmarketing, Grünen und SPD sowie des NABU Horlofftal. Die gelungene Aktion bürgerlichen Gemeinsinns hat mehrere Wagenladungen an illegal entsorgten Abfällen und unachtsam weggeworfenen Konsumartikeln zusammengebracht. Bürgermeister Wengorsch bedankte sich bei allen Helfer/innen der »Aktion sauberhaftes Hungen 2019«.

 

Gießener Allgemeine, 22. Mai 2019

Seit 50 Jahren Steinheim-Tag

Bürger aus acht deutschen und einem Luxemburger Steinheim treffen sich bei Hanau

Hungen (pad). Es ist wohl eines der ältesten Treffen von Orten des gleichen Namens: Zum 50. Mal wurde nun der »Steinheimer Tag« gefeiert. Eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr des Hungener Stadtteils Steinheim reiste dazu nach Steinheim/Hanau, wo die örtliche Feuerwehr ihr 150-jähriges Bestehen feierte.

Insgesamt gibt es acht Steinheims in Deutschland, neben dem Hungener und dem Hanauar noch Steinheim/Westfalen, Steinheim an der Murr, Steinheim Albuch, Steinheim Dillingen, Steinheim Neu-Ulm und Steinheim Memmingen. 1968 trafen sich der Bürgermeister aus Steinheim an der Murr und der Bürgermeister aus Steinheim Hanau durch Zufall im Urlaub. Dabei entstand die Idee, ein Steinheim-Treffen zum 100-jährigen der Feuerwehr von Steinheim/Hanau zu organisieren. Seit dem treffen sich die Feuerwehren der Steinheims zu Festen und Jubiläen. Seit 2012 ist auch das Steinheim in Luxemburg von der Partie. Beim Feuerwehrfest in Steinheim waren die Hungener mit einer Abordnung rund um Wehrführer Rafael Kraft, seinen Stellvertreter Andre Repp und Anneliese Kammer vertreten. Sie brachten neben Ortsvorstehe Klaus Christ auch den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Steinheim mit, der im Zelt als auch beim Festzug für Musik sorgte.

Die Delegation der Freiwilligen Feuerwehr Hungen-Steinheim beim Steinheim-Tag. (bpf)

 

Hungener Wochenblatt, 26. September 2019

Sieben neue Fahrzeuge für die Feuerwehr in Hungen

Hungen (de). In einem nagelneuen Feuerwehrfahrzeug Platz nehmen zu können, die Schlüssel dafür überreicht zu bekommen – Mitglieder von Ortsteilwehren erleben dies oft nur zwei-, maximal dreimal in ihrer ganzen Feuerwehrkarriere.

Umso verständlicher ist es, warum in Hungen eine große Gruppe an Feuerwehrleuten mit dabei sein wollte, als ihre neuen Fahrzeuge in Dienst gestellt wurden. Denn insgesamt sieben neue Feuerwehrfahrzeuge wurden am Sonntag offiziell übergeben. Erster Stadtrat Helmut Schmidt konnte dieses Gefühl der Feuerwehrleute gut nachvollziehen: »Das ist ein Highlight in meiner Amtszeit als Stadtrat.« Insgesamt ging es um eine Investition von rund 375.000 Euro. Er lobte dafür die Stadtverordneten und die Magistratsmitglieder, die ihre Zustimmung zu den dringend notwendigen Anschaffungen gegeben hatten. Als Beispiel hierfür nannte er Utphe: Hier hat man zwar eine mitgliederstarke Feuerwehr, doch zuletzt nur noch ein Feuerwehrfahrzeug mit sechs Sitzen, indem somit nicht alle Einsatzkräfte mitfahren konnten. Diese fehlten dann erstmal an der Einsatzstelle. Helmut Schmidt gab im Namen der Kommunalpolitik ein klares Bekenntnis zur Feuerwehr ab: »Für uns ist die Freiwillige Feuerwehr wichtig und alternativlos.« Besonders die Freiwillige Feuerwehr Bellersheim kann sich nach 2019 über einen runderneuerten Fuhrpark freuen: Im März rollte das neue Tragspritzenfahrzeug auf den Hof. Das Vorgängerfahrzeug war nach 27 Jahren reif für die Ausmusterung. Das Land Hessen finanzierte das Fahrgestell mit 45.000 Euro, die Stadt Hungen legte 60.000 Euro für den feuerwehrtechnischen Aufbau oben drauf. Im Gerätehaus nebenan steht nun der neue Mannschaftstransportwagen (MTW). Er wurde neu gekauft, der Feuerwehrverein schoss 5.000 Euro zu. Die Firma Wagner übernahm die Beklebung mit dem Design der Hungener Feuerwehren, die Firma Schach aus Dutenhofen baute den Digitalfunk ein. Insgesamt 40.000 Euro wurden investiert. Über baugleiche MTW konnten sich zudem die Freiwilligen Feuerwehren aus Nonnenroth, Trais-Horloff, Steinheim und Utphe freuen. Auch hier hatten die Fördervereine die Chance erkannt und ergriffen – denn bislang mussten diese die Mannschaftsbusse bezahlen und erhielten hierfür lediglich einen Zu-schuss der Stadt. Stadtbrandinspektor Udo Träger freute sich, dass die Stadt Hungen hier nun die Finanzierungsverhältnisse umgedreht hat. Nicht zuletzt durften die Einsatzkräfte der Feuerwehr Langd sich über die Schlüssel für den neuen Gerätewagen Nachschub freuen. Für ihn wurde ein Fahrzeug in Rente geschickt, welches schon Anrecht auf ein H-Kennzeichen hatte: Nach 32 Jahren wurde das alte Tragspritzenfahrzeug ausgemustert. Der neue Gerätewagen dient dem Material- und Personentransport zur Einsatzstelle. Der Feuerwehrverein förderte die Anschaffung von rund 70.000 Euro mit 5.000 Euro. Nicht zuletzt wurde noch ein neues Hydraulik-Aggregat im Wert von rund 10.500 Euro an die Feuerwehr der Hungener Kernstadt übergeben. Mit ihm können die hydraulischen Schere und Spreizer angetrieben werden, mit denen beispielsweise nach Verkehrsunfällen eingeklemmte Personen gerettet werden.

 

Gießener Allgemeine, 11. Oktober 2019

Feuerwehr feiert Geburtstag

Steinheimer Wehr wird 70 — Vor 20 Jahren Förderkreis gegründet — Festwochenende

Hungen (pad). Mit 70 Jahren ist ein Mensch in der Regel schon einige Zeit im Ruhestand. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Steinheim will zum 70. Geburtstag allerdings niemand ans Aufhören denken. Im Ge-genteil: Mit einer Mini- und Jugendfeuerwehr wird hier aktiv daran gearbeitet, dass es in Zukunft auch weiterhin genügend Freiwillige gibt, die im Dorf, aber auch überörtlich ihren Mitmenschen zur Hilfe eilen. 1949 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Seitdem hat sie zahlreiche Einsätze gemeistert. In den letzten Jahren waren die Freiwilligen unter anderem beim Unwetter in Bellersheim sowie dem Werkstattbrand in Utphe in Nachbarorten aktiv. Aber auch bei Hüttenbränden im zum Steinheim gehörenden Wochenendgebiet Wingertsberg war die Feuerwehr immer wieder gefordert. Eine Feuerwehr braucht immer Nach-wuchs. Um die Jugendlichen schon frühzeitig für das Hobby Brandschutz zu begeistern, wurde 2001 die Jugendfeuerwehr gegründet. Um jüngere Kinder zu erreichen, folgte zwei Jahre später die Gründung der Minifeuerwehr. Ab sechs Jahre können hier junge Steinheimer quasi in die Feuerwehrstiefel »hineinwachsen«.
Eigene Theatergruppe
Eine Feuerwehr und der dahinter stehende Förderverein ist in einem kleinen Dorf wie Steinheim allerdings für weit mehr als nur Keller auspumpen und Feuer löschen wichtig: Die Veranstaltungen des Feuerwehrver-eins sind ein bedeutender Teil des kulturellen Lebens. Darum wurde bereits 1963 begonnen, Musik zu machen. Zunächst als Spielmannszug gegründet, wechselten die Musiker später zur reinen Blasmusik. Mit einem breiten Repertoire ist der Musikzug nicht nur bei Festen der Feuerwehr, sondern auch Konzerten in der Region zu hören. Seltensheitswert dürfte es jedoch haben, dass eine Feuerwehr eine eigene Theater-gruppe besitzt. Die Jugendtheatergruppe ist seit Jahren immer bei der Nikolausfeier zu sehen. Bei der Weihnachtsfeier der Ortsvereine treten die erwachsenen Schauspieler stets auf und können sich hier über viel Applaus freuen. Seit 1999 unterstützt zudem der »Förderkreis Feuerwehr, Musik und Jugendpflege Steinheim« unter anderem die Jugendarbeit der Feuerwehr. Das Doppeljubiläum – 70 Jahre Feuerwehr, 20 Jahre Förderkreis – wird am nächsten Wochenende groß gefeiert: Am Samstag, 19. Oktober, tritt um 20 Uhr die Gruppe »Meelstaa« im Bürgerhaus Steinheim auf. Karten gibt es bei Kammer Gartengeräte, bei Buck’s Buch und Papierladen Hungen sowie Stoll’s Wirtschaft in Steinheim für 10 Euro im Vorverkauf. An der Abendkasse kosten sie 13 Euro. Am Sonntag, 20. Oktober, lädt dann die Freiwillige Feuerwehr ins Bürgerhaus ein. Um 11.30 Uhr können die Zuschauer eine große Schauübung der Jugendfeuerwehr vor dem Bürgerhaus erleben und sich auf das Mittagessen einstimmen. Ab 14 Uhr sorgen die Theatergruppe, der Musikzug und die Nachwuchsmusik für ein buntes Programm. Für die kleinen Gäste steht eine Hüpfburg bereit. Für Speisen und Getränke ist gesorgt.

Ein Gruppenfoto mit Symbolwert: Die Jugendarbeit steht bei der Freiwilligenfeuerwehr Steinheim im Vordergrund. (Foto: A. Schmidt)

 

Hungener Wochenblatt, 24. Oktober 2019

Feuerwehr in Steinheim feiert Jubiläum

40 Prozent der Steinheimer sind im Feuerwehrverein

Steinheim (de). 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr, 20 Jahre Förderkreis Feuerwehr, Musik und Jugendpflege – dieses Doppeljubiläm wurde am Wochenende groß gefeiert. Am Samstag sorgte die Mundartband »Meelstaa« für viel Spaß im ausverkauften Bürgerhaus. Am Sonntag zeigte die Jugendfeuerwehr ihr Können, zudem öffnete das Kräppelcafe.

»Meelstaa« sorgt im ausverkauften Bürgerhaus für Stimmung

Die Lieder in hessischer Mundart kamen bei den Besuchern jeden Alters gut an. Die Band »Meel-staa« – aus der legendären Gruppe »Fäägmeel« hervorgegangen – überzeugte mit ihren Klassikern und erntete viel Beifall. Über diesen konnte sich am Sonntag auch die Jugendfeuerwehr Steinheim freuen. Vor dem Bürgerhaus wartete ein brennendes Holzhäuschen darauf, gelöscht zu werden. Die Einsatzab-teilung hatte dieses eigens aus Holzpaletten aufgebaut. Doch bevor die Flammen ernsthaften Schaden anrichten konnten, hatten die Jugendlichen bereits die Schläuche ausgerollt, das Kommando »Wasser marsch!« gegeben und mit zwei Strahlrohren den Brand bereits in der Entstehungsphase gelöscht. Auch Bürgermeister Rainer Wen-gorsch zeigte sich davon beeindruckt. »Es ist wichtig, dass man die junge Generation für die Feuerwehr begeistert und an die Brandbekämpfung heranführt«, erklärte er. Zudem seien beachtliche 40 Prozent der Steinheimer Bürger entweder in der Feuerwehr selbst aktiv oder förderndes Vereinsmitglied.

Das Feuer hat keine Chance, sich auszubreiten. (Bilder:de)

Wehrführer Rafael Kraft erinnerte an die Gründung exakt 70 Jahre zuvor am 19. Oktober 1949. Von den Mitgliedern der ersten Stunde leben heute noch Helmut Hofmann, Reinhard Hofmann und Richard Desch. Seit 1963 hat die Feuerwehr Steinheim einen Musikzug, seit 2001 eine Jugendfeuerwehr und seit zwei Jahren auch eine Minifeuerwehr. Zudem gibt es seit über 40 Jahren eine Theatergruppe, die unter anderem bei der Nikolaus- und der Weihnachtsfeier sowie dem Seniorennachmittag zu sehen ist. Vor 20 Jahren wurde der Förderkreis gegründet. Dieser unterstützt auch die musikalische Ausbildung. Im Rahmen des bunten Programms des Kräppelcafes zeigten Musikschüler in Saxophon, Klarinette und Blockflöte ihr Können. Die Theatergruppe präsentierte einen Sketch, Anneliese Kammer hatte eine Fotoschau mit Bildern aus 70 Jahren Feuerwehr Steinheim zusammengestellt. Die Kinder kamen auf der Hüpfburg auf ihre Kosten. Zudem zeigte die Feuerwehr Bellersheim im Hof ihr neues »Tragspritzenfahrzeug – Wasser« – auf solch ein Fahrzeug darf sich auch bald die Feuerwehr Steinheim freuen. Auch die Inheidener Feuerwehr war mit ihrem Katastrophen-schutzfahrzeug zu Gast. Weitere Feuerwehren aus dem Umkreis besuchten ebenfalls den Nachmittag im Bürgerhaus.

 

Gießener Allgemeine, 13. Dezember 2019

Weihnachten gerettet

Die Kinder wollen Weihnachten retten.

Hungen (pad). Großer Auftritt für kleine Schauspieler: Die Kindertheatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Steinheim führte nun ein Adventsstück auf. Das Stück begann mit einer schockierenden Nachricht: Weihnach-ten muss ausfallen! Denn der Weihnachts-mann (William Hofmann) schlief so fest, dass keiner seiner Gehilfen (Luca Hofmann, Joshi Kraft, Mika Siegl) ihn wecken konnte. Dafür hat die böse Königin Vielkauf (Lara Hühn) mit ihren Detektiven Spür (Hannah Reeb), Nase (Nelli Siegl) und Spitzel (Joline Irrle) gesorgt. Mit der geheimnisvollen Händ-lerin (Kathleen Wagner) mit der Schneekugel trat ihr aber eine mächtige Gegnerin entge-gen. Diese verbündete sich mit den Kindern, um den Weihnachtsmann doch noch aufzu-wecken. Regie führten Anneliese Kammer, Amy Schäfer, Lena Petermann und Angela Pe-termann. FOTO: FM

 

Gießener Allgemeine, 13. Januar 2020

Jugendliche sammeln Christbäume ein


Beherzt packt sich ein Feuerwehrmann die gut zwei Meter hohe Tanne am Straßenrand. Bis vor wenigen Stunden stand sie noch als geschmückter Weihnachtsbaum in einem Wohnzimmer. Nun hat sie ihre Aufgabe erfüllt, wird auf einen Anhänger verladen und zusammen mit vielen weiteren Bäumen an den Stadtrand gefahren. Kaum abgeladen, packt sie ein weiterer Feuerwehrmann und wirft sie ins Feuer. Die Nadeln knistern, als sie in Flammen aufgehen. Zum letzten Mal leuchtet dieser Weihnachtsbaum. Die Weihnachtsbaumsammlungen haben im Landkreis Gießen Tradition. In fast allen Orten sammeln die Jugendfeuerwehren oder Ortsvereine die ausgedienten Christbäume ein. Die Bürger danken dafür mit einer kleinen Spende, die entweder der Jugendarbeit oder sozialen Zwecken zugute kommt. In manchen Or-ten werden die Bäume geschreddert, in anderen Orten verbrannt. Hier stellvertretend einige Beispiele. Insgesamt 25 Helfer und 13 Jugendliche waren in Lich mit dem Einsammeln der Bäume beschäftigt. In Nonnenroth war die Jugendfeuerwehr im Einsatz. Dort wurden die Tannen im Feld verbrannt, während sich die Jugendlichen und Helfer über heiße Würste freuten. Hunderte Bäume warteten im Gebiet der Kernstadt Hungen darauf, von der Jugendfeuerwehr eingesammelt zu werden. Die Jugendlichen wurden von zwölf Mitgliedern der Einsatzabteilung unterstützt, die unter an derem die Traktoren fuhren. Für alle Helfer hatte Stefan Kuhl Würstchengulasch gekocht.

500 Leute beim Baumglühen
In Wißmar wurde der letzte Akt für die Nadelgehölze zu einem Volksschauspiel: Christbaumglühen heißt das Spektakel, zu dem die Freiwillige Feuerwehr einlud. Rund 450 Bäume waren eingesammelt und auf die Festwiese hinter das Gerätehaus gebracht worden. Entfacht wurden die Bäume durch die Kinder, die zuvor in einem Fackelzug durch das Dorf gezogen waren. Knisternd und krachend gingen die Tannenbäume schnell in Flammen auf Ein spektakuläres Schauspiel, als die Flammen meterhoch, mit teils gigantischem Funkenflug, in den nächtliche Himmel schlugen. Nach und nach wurden alle Bäume verbrannt, unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und bewacht von den Brandschützern. Etwa 500 Schaulustige genossen das Schauspiel bei Würstchen und Heiß- und Kaltgetränken. Der Erlös des Events kommt der Carsten-Bender-Leukämiestiftung zugute. In Grünberg sammelten zwölf Mitglieder der Jugendfeuerwehr, verstärkt durch zehn Kräfte der Einsatzabteilung, die ausgedienten Weihnachtsbäume ein. Sie brachten die Nadelhölzer zu einer Wiese unterhalb des Tannenköppels. Dort wurden sie verbrannt. In Steinheim sammelten bei Sonnenschein zehn Mitglieder der Mini- und Jugendfeuerwehr unterstützt von 14 Kräften der Einsatzabteilung 58 Bäume ein. Diese wurden auf dem Kaltenrain verbrannt. In Obbornhofen sammelten zehn Mitglieder der Jugendfeuerwehr sowie 14 Mitglieder der Einsatzabteilung die Weihnachtsbäume ein. Anschließend wurden sie am Ortsrand verbrannt. Auch in Hüttenberg und Muschenheim zogen die Jugendfeuerwehren aus.

 

Gießener Allgemeine, 2. März 2020

Andre Repp neuer Wehrführer

Andre Repp, Neuer Wehrführer

Hungen (pad). Die Freiwillige Feuerwehr Steinheim hat einen neuen Wehrführer: Auf der Jahreshauptversammlung in Stoll’s Wirtschaft wurde Andre Repp einstimmig zum Wehrführer gewählt. Neuer stellvertretender Wehrführer ist Rafael Kraft. Andre Repp hatte zuvor den Jahresbericht gegeben. Drei Frauen und 19 Männer sind in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und durften sich über einen neuen Mannschaftstransportwagen freuen. Der Feuerwehrverein unterstützte die Anschaffung mit 5000 Euro. 24 Übungen wurden abgehalten, davon einige in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Rodheim. Acht Lehrgänge wurden besucht, die Zahl der Atemschutzgeräteträger stieg um zwei. Unter den acht Einsätzen ragte der Großbrand in einer Werkstatt in Utphe hervor. Bei der Brandschutzerziehung in den Kindergärten waren sechs Steinheimer aktiv. Zudem fuhr die Feuerwehr zum 50. Steinheimer-Tag, dem Treffen aller Orte mit Namen Steinheim, in Hanau. Auch beim Kreisfeuerwehrtag in Nonnenroth war die Steinheimer Feuerwehr zu Gast. Im Oktober feierte die Feuerwehr dann ihr 70-jähriges Bestehen mit einem Auftritt der Gruppe »Meelstaa« sowie einem Festnachmittag für den Förderkreis.
Bürgermeister Rainer Wengorsch dankte in seinem Grußwort für die hohe Einsatzbereitschaft. Er appellierte, in diesem wichtigen Dienst für die Gesellschaft nicht nachzulassen: »Engagieren Sie sich weiterhin in ihrem Stadtteil für die Gefahrenabwehr und stellen sie sich den zukünftigen Herausforderungen.« Stadtbrandinspektor Udo Träger schloss sich dem Dank an. Er beförderte Samuel Brum-hard zum Feuerwehrmann, Christoph Haas und Benedikt Kronhardt zum Oberfeuerwehrmann sowie Andre Repp zum Oberlöschmeister. FOTO: PAD

 

Hungener Wochenblatt, 16. Juli 2020

Die »Feuerwehrmami« geht in Ruhestand

Steinheim (de). Sie war die erste Frau im Landkreis Gießen, die stellvertretende Wehrführerin wurde. Nun wurde Anneliese Kammer zu ihrem 65. Geburtstag in den »Feuerwehr-Ruhestand« verabschiedet.
Am 1. Juli feierte Anneliese Kammer Geburtstag. Damit erreichte sie die Altersgrenze: Nach Vollendung des 65. Lebensjahres darf man in Hessen nicht mehr zu Feuerwehreinsätzen ausrücken. Die Freiwillige Feuerwehr Steinheim wollte ihre langjährige aktive Feuerwehrfrau allerdings nicht allein mit einer Glückwunschkarte und einem Strauß Blumen verabschieden. Gleichzeitig machte Covid-19 ein großes Fest unmöglich. Doch die Steinheimer fanden eine Lösung… Am vergangenen Freitag war die Jubilarin bei einem Freund zu Gast, als plötzlich das Feuerwehrauto vorfuhr. Verwundert nahm sie auf der Rückbank Platz, wurde vom Fahrer zum Gerätehaus gebracht. Dort wartete – mit jeweils zwei Metern Abstand und Mundschutz – die Einsatzabteilung auf sie. »Ihr seid doch verrückt!«, freute sich Anneliese Kammer sichtlich gerührt. Wehrführer Andre Repp gab einen Rückblick auf ihre Feuerwehrkarriere. Der Liebe wegen war sie einst nach Steinheim gezogen, am 1. April 1975 in den Feuerwehrverein eingetreten. Dort spielte sie die Querflöte im Spielmannszug. Über Jahrzehnte war sie im Vorstand aktiv, hat zahlreiche Feste und andere Veranstaltung organisiert. Zwei Amtszeiten war sie stellvertretende Vorsitzende. Für die Steinheim-Treffen – die Treffen aller Dörfer mit dem Namen Steinheim – war sie stets eine der Hauptorganisatorin im Hungener Stadtteil. Zu ihrem 44. Geburtstag trat Anneliese Kammer schließlich aktiv in die Einsatzabteilung ein. Bereits zwei Jahre später wurde sie als erste Frau im Landkreis Gießen zur stellvertretenden Wehrführerin gewählt. Zehn Jahre lang hatte sie dieses Amt inne. Besonders die Brandschutzerziehung in den Kindergärten lag ihr am Herzen – was ihr auch den Spitznamen »Feuerwehrmami« einbrachte. Zudem packt sie seit Jahren in der Kleiderkammer der Feuerwehr Hungen mit an, gibt an neue Feuerwehrleute die Dienstkleidung aus. »Du bist der gute Geist der Kleiderkammer«, dankte Stadtbrandinspektor Udo Träger, fügte dann schnell hinzu: »Was nicht heißt, dass du jetzt aufhörst.« Denn solche unterstützenden Tätigkeiten sind auch nach Erreichen der Altersgrenze noch möglich. Als Zeichen des Dankes wurde der »Feuerwehr-Rentnerin« ein Holzstrahlrohr aus der Drechslerwerkstatt Thomas Wille sowie Blumen überreicht. Stadtbrandinspektor Udo Träger übergab eine Ehrenurkunde.

Anneliese Kammer (Mitte) wird von der Freiwilligen Feuerwehr Steinheim in den Feuerwehr-Ruhestand verabschiedet.