Zeitungsarchiv 1999

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Gießener Allgemeine, März 1999
Feuerwehr veranstaltet den »Steinheimer Tag«
50. Jubiläum war das bestimmende Thema in der Jahreshauptversammlung – Konzert mit den »Alpen-Rebellen« geplant

Hungen (tr). Die Feuerwehr in Steinheim ist klein, aber die Aktivitäten von Einsatzabteilung und Verein können sich sehen lassen. In den Jahreshauptversammlungen, die am Samstag im Feuerwehrgerätehaus und in der Gaststätte Stoll stattfanden, zogen beide Abteilungen Bilanz. Wehrführer Thomas Eckel erinnerte an den einzigen Einsatz, den Brand eines Stoppelackers, sowie an theoretische Unterrichtsabende und neun praktische Übungen. Außerdem gab es eine Alarm- und drei Funkübungen. Die Atemschutzgeräteträger trainierten auf der Atemschutzstrecke der Berufsfeuerwehr in Gießen. Einige Mitglieder nahmen an Maschinisten- und Sprechfunklehrgängen teil. Stadtbrandinspektor Richard Pleyer beförderte Torsten und Burkhard Jochem zum Oberfeuerwehrmännern. Pleyer und Ortsvorsteher Armin Dietz lobten ebenso wie Stadtverordnetenvorsteher Ernst Spengel die Einsatzbereitschaft der Wehr. Spengel zeigte anhand von Zahlenmaterial auf, daß die Stadt für die Unterhaltung der Wehren einen enormen Betrag zur Verfügung stelle.In der Jahreshauptversammlung des Vereins stand das bevorstehende Jubiläumsfest, verbunden mit dem Steinheimer Tag, im Mittelpunkt. Schriftführer Erhard Diehl erinnerte an den Team Cup und die Fahrt zum Steinheimer Tag in Dillingen-Steinheim.

Der Leiter des Musik- und Spielmannszuges, Jürgen Zwerenz, berichtete, daß der Musikzug derzeit 78 Mitglieder habe. Elf Schüler befänden sich noch in der Ausbildung. Das sei auch ein Ergebnis einer Werbeaktion. Insgesamt fanden 44 Übungsstunden und 28 Auftritte statt, darunter die Teilnahme am Rosenmontagszug in Köln, das Kurkonzert in Bad Salzhausen und ein Auftritt im Hungener Altenheim. Der Musikzug nahm auch an der Ordination des neuen Gemeindepfarrers Christoph Stöppler teil. Einige Musiker absolvierten Dl- und D2-Lehrgänge.

Als wichtigste Vorhaben für dieses Jahr nannte Zwerenz das Konzert am 20. März in Steinheim, das Benefizkonzert aller Hungener Musik- und Spielmannszüge am 17. April in der Hungener Stadthalle zugunsten des Kinderheimes Arnsburg in Lich und natürlich die Jubiläumsfeier zum 50jährigen Bestehen der Steinheimer Feuerwehr vom 22. bis dem 26. Juli.

Auf dieses Jubiläum ging Vorsitzender Werner Gebhardt detaillierter ein. Eröffnet wird das Fest mit einem großen Kommers am Donnerstag, dem 22. Juli. Tags darauf gibt es einen Disco-Abend, und für den 24. Juli wurde die Kapelle »Alpen-Rebellen« verpflichtet. Am Sonntag, dem 25. Juli, veranstaltet man den großen Steinheimer Tag, an dem die Feuerwehren aus Steinheims in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen teilnehmen werden. Am 26. Juli wird das Fest mit dem Frühschoppen ausklingen.

Zunächst wird aber die Organisation des Team Cups die Mitglieder der Feuerwehr in Anspruch nehmen. Er findet am 9. Mai statt, schon 24 Mannschaften haben sich angemeldet. Wie Jürgen Zwerenz abschließend mitteilte, können bereits jetzt Karten für die »Alpen-Rebellen« unter der eigens eingerichteten Info-Line-Nummer 0 64 02/69 05 bestellt werden.

 

Gießener Allgemeine, Mai 1999
Harbacher gewannen schon zum zweiten Mal
Spaß am Spiel war das wichtigste: 28 Feuerwehren aus den Kreisen Gießen und Wetterau beim Team-Cup in Steinheim

Hungert (tr). Sieger beim Team-Cup, den die Freiwillige Feuerwehr in Steinheim am Sonntag veranstaltete, wurde die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr aus Grünberg-Harbach. Nach 1997 war dies der zweite Sieg der Harbacher. Den zweiten Platz belegte die Mannschaft aus Wetterfeld, den dritten die Gäste aus Hanau-Steinheim. Vorjahressieger Birklar belegte den vierten Platz. An diesem Spiel- und Spaßwettkampf, der zum siebten Mal in Steinheim stattfand, nahmen insgesamt 20 Feuerwehrmannschaften aus dem Kreis Gießen und acht aus dem benachbarten Wetterraukreis teil. Mit dabei außerdem ein Team der Partnerwehr aus Hanau-Steinheim.Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen der Spaß am Spiel und am Kräftemessen unter Gleichgesinnten. Um die Aufgaben zu lösen, ist aber auch eine gehörige Portion an Feuerwehrwissen nötig. Technik und Schnelligkeit waren entscheidend. Schon vor dem Beginn des Wettkampfes standen die Mannschaften aus Ober-Widdersheim, Harbach und Ruppertsburg als Gewinner eines Frühstücksgutscheines fest. Denn diese beiden Mannschaften hatten sich am schnellsten für den Team-Cup angemeldet.

Fitneß gefragt: Feuerwehrleute erklimmen die Ladefläche eines Kippers.

Nach der Begrüßung durch Werner Hofmann, der zusammen mit den Mitgliedern des Feuerwehrausschusses diesen Wettkampf organisiert hatte, ging es los. Insgesamt mußten die Teams elf Aufgaben bewältigen. Kartenkunde war an der ersten Station gefragt, bei der nach vorgegebenen Koordinaten gefahren werden mußte. Bei Aufgabe zwei erklommen die Teilnehmer die aufgestellte Ladefläche eines Kippers, um daran einen Schlauch zu befestigen. Anschließend war Geschicklichkeit gefragt. Mit Wasser aus dem Schlauch mußten ein Rad gedreht und Dosen durch ein Rohr befördert werden. Mit dem Feuerwehrfahrzeug mußte ein Parcours bewältigt werden. Den Abschluß bildeten die Rettung eines Kalbes und die Bekämpfung eines Brandes auf dem Bauernhof von Werner Hofmann.

Nachdem alle Sekunden und Minuten in Punkte umgerechnet worden waren, schritt Hofmann am Nachmittag zur Siegerehrung, die mit Spannung erwartet worden war. Hinter Harbach, Wetterfeld, Hanau-Steinheim und Birklar placierten sich folgende Mannschaften: Ober-Widdersheim, Melbach, Muschenheim, Langd, Ober-Lais, Unter-Widdersheim, Ober-Schmitten, Rodheim, Geilshausen, Laubach-Münster, Eberstadt, Rupperstburg, Reiskirchen, Wölfersheim und Wölfersheim-Södel. Der Vorsitzende der Feuerwehr Steinheim, Werner Gebhardt und Stadtbrandinspektor Richard Pleyer dankten allen Teilnehmern. Für die Organisatoren und die Mitglieder der Feuerwehr und des Musikzuges Steinheim war dieser siebte Team-Cup auch gleichzeitig eine Vorbereitung auf das 50jährige Bestehen der Feuerwehr, das man im Juli ganz groß feiern will.  (Fotos:tr)


Team-Cup in Steinheim: die Siegerehrung. Die Mannschaft aus Harbach mit Stadtbrandinspektor Pleyer (rechts) und Werner Hofmann (links) so­wie dem Steinheimer Vorsitzenden Werner Gebhardt(2. von links, stehend)

 

Gießener Allgemeine, Juli 1999
Nach Brandschutzvortrag Feuerwehr gegründet
Freiwillige Feuerwehr in Steinheim feiert vom 22. bis 26. Juli ihr 5Ojähriges Bestehen – Festkommers zum Auftakt

Hungen (tr). Am kommenden Wochenende feiert die Steinheimer Freiwillige Feuerwehr mit einem großen Fest ihr 5Ojähriges Bestehen. Dies ist für viele der Anlaß, einer Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre seit der Gründung zu halten. Vier Jahre nach dem Kriegsende fand im Rahmen einer Brandverhütungswoche in Steinheim eine Aufklärungskundgebung statt. Kreisbrandinspektor Becker und Bezirksbrandmeister Hofmann hielten Vorträge über das Thema Brandverhütung und die Arbeit der Feuerwehren. Dem anschließenden Aufruf zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr folgten viele der anwesenden Männer. Als aktive Feuerwehrmänner meldeten sich 30 Personen sowie 17 Personen als Passive.Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr war auch die Notwendigkeit der »Pflichtfeuerwehr« entfallen, und sowohl Kommandant Otto Schmidt als auch Albrecht Rudel als dessen Stellvertreter konnten von ihren Aufgaben entbunden werden. Im Anschluß an die Gründungsversammlung fanden die ersten Vorstandswahlen statt, bei der Otto Schmidt als erster und Johann Lorenz als zweiter Kommandant gewählt wurden. Den ersten erfolgreichen Einsatz leistete die neugegründete Wehr bei einem Scheunenbrand am 6. Februar 1950 bei Marie   Eckel in der Untergasse. Mit der Einweihung der Wasserleitung und den damit gleichzeitig installierten dreizehn Unterflurhydranten verbesserte sich die Schlagkraft der Wehr erheblich.Der frühere und langjährige Kommandant der Pflichtfeuerwehr, Adolf Dietz, wurde 1953 zum ersten Ehrenmitglied des noch jungen Vereins ernannt. Mit der unter Federführung von Ferdinand Diehl gegründeten Theatergruppe konnten in Steinheim und Umgebung viele Bewunderer gefunden werden. Daß in relativ kurzer Zeit eine Wettkampfgruppe beim Bezirksfeuerwehrtag in Hungen mit Gruppenführer Richard Nicklas einen zweiten Platz erringen konnte, zeigt, mit welchem Eifer und Ehrgeiz die Feuerwehrleute bei der Sache waren.Ein im Juni 1957 angeschaffter LKW »Opel Blitz« und eine neue Motorspritze waren den Feuerwehrleuten bei den künftigen Übungen und Einsätzen eine große Unterstützung. Etwa zehn Jahre nach der Gründung zählte der Verein immerhin 40 aktive und 32 passive Mitglieder. Am 3. Juli 1963 wurde auf Grund eines Beschlusses des Vorstands die Gründung des Fanfarenzuges Wirklichkeit; damit ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. In den Folgejahren wurden verschiedene Ausrüstungsgegenstände ergänzt, ersetzt und neu angeschafft. Im Jahr 1969 legte schließlich der langjährige Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Ferdinand Diehl, sein Amt nieder. Aufgrund seiner großen Verdienste um die Wehr und den Fanfarenzug wurde er zum Ehrenkommandanten ernannt; er steht bis heute dem Verein noch mit Rat und Tat zur Seite. Der Besuch der Feuerwehrkameraden in Steinheim/Main im Juni 1969 war der Anfang der »Steinheimer Tage«, die künftig regelmäßig in einem der acht Städte und Gemeinden mit dem Namen »Steinheim« wiederholt wird. Mit einem neuen Löschfahrzeug (LF 8) wurden 1972 auch bessere Einsatzmöglichkeiten für die Feuerwehrleute geschaffen. Junge Führungsriege übernahm KommandoDas 25jährige Jubiläumsfest im Jahre 1974, verbunden mit dem »Steinheimer Tag«, festigte die freundschaftliche Bande mit den Feuerwehrkameraden aus nah und fern. Unter der Regie von Wehrführer und erstem Vorsitzenden Werner Gebhardt übernahmen dann recht junge Feuerwehrleute das Kommando. Mit dem »Waldfest«, verbunden mit den Meisterschaften im Tauziehen, sorgten die Verantwortlichen wieder für ein Novum im Vereins- und Ortsgeschehen. Der junge Vorstand hatte im Jahre 1979 anläßlich der Festtage zum 15jährigen Jubiläum des Spielmanns­und Fanfarenzugs seine Bewährungsprobe. Die Einsatzabteilung mußte in den Jahren 1980 bis 1985 gleich mehrmals ihre Schlagkraft und Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen. Um eine ordnungsgemäße Alarmierung gewährleisten zu können, wurde in der Hessenstraße eine zusätzliche Sirene installiert. 1988 feierte man in einem würdigen Rahmen das 40jährige Bestehen sowie das 25jährige Jubiläum des Spielmanns­und Fanfarenzugs, verbunden mit dem »Steinheimer Tag« 1988. 1992 erfolgte die Übergabe des neuen Löschfahrzeuges TSFW. Seit 1993 wird alljährlich unter Leitung des Zweiten Vorsitzenden Werner Hofmann der »Teamcup« veranstaltet. Diese Veranstaltung erfreut sich zunehmender Beliebtheit, wobei feuerwehrtechnisches Können gefordert ist. Im April 1994 konnte nach längerer Bauzeit das Feuerwehrgerätehaus eingeweiht werden. Hierbei wurde ein Großteil der Arbeiten in Eigenhilfe ausgeführt.Für das große Fest am Wochenende laufen die Vorbereitungen zum Teil schon seit Monaten. Vorsitzender Werner Gebhardt, der seit 1979 im Amt ist, und Wehrführer Thomas Eckel (seit zwei Jahren) sind daher zusammen mit den vielen ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen zuversichtlich, daß das Fest gelingen wird.Eröffnet wird es mit einem großen Kommers am Donnerstag, 22. Juli. Tags darauf gibt es einen Disco-Abend, und für den 24. Juli wurde die Kapelle »Alpen-Rebellen« verpflichtet. Am Sonntag, 25. Juli, veranstaltet man den großen »Steinheimer Tag«, an dem die Feuerwehren aus Steinheims in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen teilnehmen werden. Am 26. Juli wird das Fest mit dem Frühschoppen ausklingen.


Die Einsatzabteilung der Feuerwehr Steinheim im Jubiläumsjahr (Foto: tr)

 

Gießener Allgemeine, Juli 1999
Landrat: Auf die Steinheimer Wehrleute ist Verlaß
Mit dem Kommers begann am Donnerstag abend das 50. Jubiläum der Feuerwehr- Gleichzeitig 30. SteinheimerTag

Hungen (dv) »50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Steinheim – 30. Steinheimer Tag« prangte in Großen Lettern an der Stirnwand des riesigen Zeltes. Mit einem rundum gelungenen Kommersabend startete die Feuerwehr am Donnerstag abend in das Jubiläumswochenende. Ansprachen, Ehrungen, Musik- und Tanzdarbietungen lösten sich ab. Vorausgegangen war eine Kranzniederlegung am Ehrenmal.Der Feuerwehrmusikzug, eröffnete auch unter der Stabführung von Jürgen Zwerenz den Kommersabend. Der Vereinsvorsitzende Werner Gebhardt begrüßte die zahlreichen Ehrengäste und Abordnungen der benachbarten Wehren, Rosi Schön dirigierte den »Männergesangverein Frohsinn« und den Frauenchor beim »Gefangenenchor« und »Als Freunde kamen wir«. Schirmherr Bürgermeister Klaus Peter Weber leitete nach einem Rückblick auf die Entwicklung des Feuerlöschwesens über zu einem Dank an die Gründer und ihre Nachfolger für ihren unermüdlichen und ehrenamtliche Dienst zum Wohl und Schutz der Allgemeinheit. Kommen doch heute auf einen Brandeinsatz vier technische oder andere Hilfeleitungen. Auch der aus der Wehr vor über 30 Jahren hervorgegangene Musikzug verdiene Anerkennung für einen kulturellen Beitrag in Steinheim und weit über Grenzen Hungens hinaus. Als eine Gemeinschaftsleistung bezeichnete erden gleichzeitig stattfindenden »Steinheimer Tag«, der bundesweit alljährlich alle »Steinheimer« zusammenführt.

Ortsvorsteher Armin Dietz trug die Chronik der Feuerwehr vor. Ausgehend vom ersten Kommandanten Otto Schmidt und dem ersten Gruppenführer Richard Nicklas schildert er in knappen Worten die Entwicklung. Gewisse Höhepunkte waren 1972 das erste Löschfahrzeug, 1994 der Neubau des Gerätehauses mit viel Eigenleitung, und noch heute findet der 1993 begonnene jährliche »Team-Cup« statt, an dem sich mehr als 20 Wehren beteiligen. Als Landrat und Dezernent für Brandschutz übermittelte Willi Marx die Glückwünsche des Kreises. »Heute sind es 15 Wehrleute, die der Steinheimer Bevölkerung ein gutes Gefühl vermitteln. Weiß man doch vor Ort, daß Aus- und Fortbildung, Ausrüstung und Teamgeist eine schlagkräftige Truppe zusammengeschweißt haben, auf die Verlass ist.« Mit Kreisbrandinspektor Gert Battenfeld zeichnete Marx Werner Gebhardt und Volker Kammer mit dem goldenen und silbernen Brandschutzehrenzeichen am Band aus. Werner Gebhardt hat 40 Jahre aktive Dienstzeit, Volker Kammer 25 Jahre. Beide erhielten auch noch das Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes Hessen-Darmstadt. Dieses ist auch für den verhinderten Horst Schön vorgesehen, ebenso wie das silberne Brandschutzehrenzeichen. Werner Gebhardt ehrte mit einem Erinnerungsgeschenkdie Gründer: Robert Oberheim, Otto Schmidt, Alfred Schwarzer, Ferdinand Diehl, Ewald Dietz, Walter Bipp, Werner Bipp, Otto Knaus, Richard Desch, Richard Nicklas, Walter Hofmann, Kurt Hofmann, Reinhard Hofmann, Erhard Dietz, Helmut Hofmann III und Alfred Rieger. Für die Stadtverordnetenversammlung sprach Stadtverordnetenvorsteher Ernst Spengel. Sein Dank galt Gründern und Aktiven, den Musikern und den Organisatoren des Steinheimer Tages.

Kreisbrandinspektor Gert Battenfeld beließ in Anbetracht der schon fortgeschrittenen Stunde seine Rede im Konzept. Er hoffe, daß die rührige Steinheimer Wehr nicht zuletzt zur Förderung des Nachwuchses auch bald eine Jugendfeuerwehr haben werde. Er käme gern zur Gründung der 100. Jugendfeuerwehr im Kreis Gießen wieder nach Steinheim. Zusammen mit Kreisstabführer Karl-Heinz Hahn ehrte er aktive Musiker. Das Ehrenzeichen für hessische Feuerwehrmusiker in Silber für 25 Jahre erhielten Karl-Heinz Haus, Hartmut Bipp, Manfred Kronhardt,  Martin Dögs und Marion Kraus. Das Ehrenzeichen in Silber für 15 Jahre wurde verliehen an Katja Reinelt, Ulrich Gerhards, Urike Peppler und Jana Poetzl. Stadtbrandinspektor Richard Pleyer schloß sich dem Wünschen Battenfelds nach einer Jugendfeuerwehr in Steinheim an. Pfarrer Christoph Stöppler als beauftragter Notfall-Pfarrer für die Feuerwehren ging auf Situationen ein, in denen entweder am eigenen Leib oder durch Erlebnisse im Einsatz Schaden zurückbleibt. Dafür sei er jederzeit ansprechbar. Etwas Besonderes hatten sich die Steinheimer Ortsvereine einfallen lassen, für die Gunter Schmidt das Wort ergriff. Ein geheimnisvoller Grillständer diente lediglich als Halterung für eine von Norbert Kehm entworfene Gedenktafel, die Werner Gebhardt offensichtlich gerührt enthüllte. Die »Flabby Cheeks« trugen mit einer gelungenen Tanzeinlage ebenso zum Programm bei wie drei Paare des 1. Rock-’n‘-Roll-Clubs Gießen. Die »Modern Dance Crew« vermittelte einen »Hauch von Hollywood«, und der Musikzug lockerte den Abend zusätzlich auf, der von Jürgen Zwerenz moderiert wurde. Für die Beschallung sorgte der Steinheimerhr-Techniker Heinz Ginzel.


Ehrungen bei der Feuerwehr Steinheim: Kreisbrandinspektor Battenfeld und Landrat Marx ehrten W.Gebhardt und V.Kammer mit dem goldenen silbernen Brandschutzehrenzeichen (oben rechts). Ausgezeichnet wurden darüber hinaus die Gründer (unten) und langjährige Musiker. (Fotos: dv)

 

Gießener Allgemeine, Juli 1999
Kein Mangel an »Steinheimern«
Feuerwehr-Jubiläum fortgesetzt: Disco, Konzert und der 30. Steinheimer Tag

Hungen (dv). Mit einem Disco-Abend des hr-teams am Freitag und dem Auftritt der Alpen-Rebellen am Samstag fand das Steinheimer Feuerwehrjubiläum seine Fortsetzung. Und am Sonnabend mittag liefen die ersten Busse mit den Gästen aus den verschiedenen Orten mit dem Namen Steinheim ein. Nach der Quartierverteilung startete, eine »Sightseeing-Tour«. Unter der sachkundigen Führung von Stadtverordnetenvorsteher Ernst Spengel wurde die Katharinenkapelle in Steinheim angeschaut und der Inheidener See gezeigt. Von dort ging es zum Hungener Feuerwehrstützpunkt und abschließend ins Hungener Schloß.

Der »Steinheimer Tag« der Freiwilligen Feuerwehren entstand im Jahr 1969 bei einem Feuerwehrtagin Steinheim/Hanau. Zum 100. Jubiläum hatten die Hanauer die Feuerwehren aus allen Steinheim der Bundesrepublik eingeladen. Es entstand die Idee, sich auch zukünftig zu treffen. Seitdem findet der »Steinheimer Tag« der Freiwilligen Feuerwehren jedes Jahr in einer der Städte oder Gemeinden statt. Noch dazu gehören Steinheim/Dillingen, Steinheim a. d. Murr, die Steinheims aus Westfalen, Memmingen und Neu-Ulm sowie Steinheim/Albuch. Zum dritten Mal trafen sich in dem Hungener Stadtteil und es war mit dem 30.Treffen auch ein kleines Jubiläum. Mit einem Weckruf des Bellersheimer Musikzuges begann am Sonntag der Steinheimer Tag. Nach einem Gottesdienst, gehalten von Gemeindepfarrer Christoph Stöppler und umrahmt von den Bläsern des Musikzuges, wurde offiziell mit der Begrüßung der Gäste durch Ortsvorsteher Armin Dietz eröffnet. Mit dabei auch eine Abordnung des Steinheimer Musikern befreundeten Musikvereins aus Zoersel in Belgien. Der Vorsitzende der Steinheimer Feuerwehr, Werner Gebhardt, stellte die Feuerwehrgäste aus den sieben anderen Steinheim vor, indem er sich mit dem ICE einsammelte und  an der Bahnlinie Hungen-Gelnhausen hinter dem Festzelt ausstiegen ließ.

Der Schirmherr der Veranstaltung, Hungens Bürgermeister Klaus Peter Weber, stellte die Stadt mit ihren Stadtteilen, ihre Geschichte und ihre Wirtschaft vor. Vor 30 Jahren sei keinesfalls sicher gewesen, daß dieses Treffen Bestand haben werde. Um so mehr freue er sich, daß alle Steinheims in Hungen vertreten seien, eine Herausforderung an die Jugend, diesen ständigen persönlichen Kontakte zu erhalten.

“Der Herrgott muß ein Steinheimer sein“, eröffnete Stadtverordnetenvorsteher Ernst Spengel seine Ansprache in Erinnerung an den Regen beim Kommersabend. Mit der ersten Mondlandung sei 1969 ein geschichtsträchtiges Jahr und ein gutes Omen für die Entstehung des Steinheimer Tages gewesen. Spengel war erfreut, daß sich über den Kreis der Feuerwehr hinaus menschliche Beziehungen zwischen den Gemeinden gleichen Namens entwickelt hätten, die leider heute häufig zu kurz kämen. Die Europapolitiker könnten von den »Steinheimern« noch einiges lernen.

Die Dillininger Musikanten, die nicht der Feuerwehr angehören, hatten ihre Abordnung begleitet und sorgten für musikalische Unterhaltung. Zur Gaudi der Besucher entführten zwei Musikerin­ Bürgermeister Weber auf die Bühne und er mußte mit Unterstützung des temperamentvollen Leiters der Kapelle, Joe Beck, dirigieren.

Bürgermeister, Stadträte und Beauftragte der jeweiligen Gemeinde überbrachten Grüße und Geschenke. Anschließend versammelten sich die Steinheimer Wehrführer auf der Bühne und stellvertretend für alle begrüßte der Wehrführer aus Steinheim/Dillingen die Gastwehr und beglückwünschte sie zu ihrem Jubiläum. Vorausschauend wurde schon das nächste Treffen in Steinheini/Westfalen angekündigt. Werner Gebhardt und Armin Dietz revanchierten sich mit Geschenken an die Vertreter der Feuerwehren und Gemeindegremien der Gäste. »Steinheim du mein Heimatdorf«, dieses Lied, getextet von W.Huhn, hatte Jürgen Zwerenz komponiert. Der Frauenchor und der Männergesangsverein »Frohsinn« sangen es unter der Leitung von Rosi Schön. Nach einem gemeinsamen Mittagessen versammelten sich alle zum großen Festzug, der mit 93 Zugnummern fast die Straßen von Steinheim sprengte.


Feuerwehrfest in Steinheim: Am Samstag abend waren die Alpen-Rebellen zu Gast (Fotos:dv)

 

Gießener Allgemeine, Juli 1999
Viele erwiesen der Steinheimer Wehr ihre Reverenz

Hungen (dv). Der Sonntag war der absolute Höhepunkt der Jubiläumsfeier der Freiwilligen Feuerwehr Steinheim. In dem kleinen Dorf am östlichen Ende des Kreises und auf der Grenze zur Wetterau drängelten sich Blauröcke, wohin man blickte, blockierten Festwagen die engen Gassen, suchten Vereine ihren Platz im Zug. Alle waren gekommen, um sich zu einem Festzug zu formieren und der Freiwilligen Feuerwehr zum Jubiläum zu gratulieren.Durch die festlich geschmückten Straßen und Gassen des Hungener Stadtteils marschierten 52 Abordnungen der befreundeten und benachbarten Wehren, und auch die Wehren des »Steinheimer Tages« erwiesen dem Jubilar ihre Reverenz. Es war ein begeisternd bunter und lebendiger Zug, der sich fast pünktlich vom Festzelt aus in Bewegung setzte. An der Spitze die Reiter des RuF Horlofftal mit blank geputzten Pferden. In Ein- und Zweispännerkutschen saßen die Gründer, unter ihnen der Ehrenvorsitzende Ferdinand Diehl. Mehrere alte Handruckspritzen kamen, von modernen Schleppern gezogen, noch einmal zu Ehren. 14 Spielmanns- und Musikzüge, Fanfarencorps und Showkapellen waren auf den Zug verteilt und begeisterten mit Musik und Einlagen die dicht gedrängten Zuschauer. Denn nicht nur die Steinheimer, sondern Einwohner aller Hungener Ortsteile säumten die Straße. Auf dem »kleinen Marktplatz« vor der ehemaligen Post grüßte Dirk Oberheim die Zugteilnehmer und stellte sie dem Publikum vor. Alle Gruppen und Vereine Steinheims von der Krabbelgruppe bis zu den »Fischerbuben« beteiligten sich mit ideenreichem Outfit am Umzug. Aus den Stadtteilen, dem Wetteraukreis und dem Vogelsberg hatten sich Zugteilnehmer angemeldet, und so waren es schließlich 93 Wagen und Fußgruppen, die vor dem Feuerwehrgerätehaus an der Ehrentribüne vorbeizogen. Hier hatten sich der Musikzug Villingen und das Blasorchester Nieder-Mörlen postiert, um abwechselnd die Teilnehmer zu grüßen. Im Festzelt versammelten sich noch einmal die Musiker zu einem Nachmittagskonzert, bevor am Abend das Jubiläum mit Tanz nach den Klängen der »Telstars« zu Ende ging. Die Meinung der Feuerwehrgäste aus den übrigen »Steinheims« war übereinstimmend, daß es ein gelungenes Treffen mit Gastfreundschaft und guter Organisation war. Der Montag stand noch einmal ganz im Zeichen der Steinheimer Kirmes, die mit einem Frühschoppen begann und je nach Lust und Kondition in den frühen Stunden des Dienstags endete.

Festzug in Steinheim: 93 Wagen und Fußgruppen erwiesen der Steinheimer Feuerwehr ihre Reverenz. Sämtliche Ortsvereine waren vertreten, 14 Musikgruppen marschierten mit, und die Gründer bewältigten die Strecke per Kutsche (Fotos:dv)

 

Gießener Allgemeine, August 1999
Steinheimer gewannen Team-Cup in Steinheim

Hungen (tr). Die Feuerwehr aus Hungen-Steinheim wurde Sieger beim Teamcup ’99, den ihre Partnerwehr in Hanau-Steiheim veranstaltete. Die Hungener siegten bereits zum dritten Mal in Folge bei den Freunden in Hanau. Damit geht der Wanderpokal in den Besitz der Oberhessen über. Bei diesem Teamcup hatten die Veranstalter neun verschiedene Aufgaben gestellt. Neben Geschicklichkeit und Schnelligkeit waren auch feuerwehrspezifische Aufgaben – etwa ein Löschangriff und die Menschenrettung – zu lösen. Den Wanderpokal nahm bei der Siegerehrung der extra aus Hungen angereiste Stadtbrandinspektor Richard Pleyer mit Wehrführer Thomas Eckel entgegen. (Foto:tr)